Iliana Díaz López – „Portales del Ara Pyau“

Zwei Personen lächeln und deuten auf ein kleines Haus in üppiger Natur.

Iliana Díaz López’ „Portales del Ara Pyau“ (Portale der Neuen Zeit) ist Ausdruck eines tiefgründigen künstlerischen Dialogs zwischen der Weisheit der alten Guaraní und aktuellen Umweltproblemen. Die während ihres Stipendiums bei Awasi Iguazu entstandene Multimedia-Installation erkundet Themen wie Zeit, Transformation und unsere Beziehung zur Natur.

„Das Zeitverständnis der Guaraní ist zyklisch, nicht linear. In ihrer Weltanschauung existieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig. Dieses Verständnis hat meine Herangehensweise an meine Arbeit grundlegend verändert.“ – Iliana Díaz López

Die Multimedia-Künstlerin Díaz López aus Paraguay reiste eigens nach Awasi Iguazu, um mit den Guaraní-Gemeinschaften in Kontakt zu treten und deren Weltanschauung kennenzulernen. Der Titel ihres Werkes, „Ara Pyau“, verweist auf das Guaraní-Konzept der zyklischen Erneuerung – eine neue Zeit, die zugleich eine Rückkehr ist.

Kulturelle Zusammenarbeit

In enger Zusammenarbeit mit Guaraní-Ältesten und -Künstlern verbrachte Díaz López Wochen damit, traditionelle Lieder, Geschichten und rituelle Praktiken zu erlernen. Dieser kulturelle Austausch prägte die finale Installation maßgeblich, die Feldaufnahmen von Guaraní-Gesängen, Videoprojektionen heiliger Stätten und skulpturale Elemente aus Waldmaterialien umfasst.

Die Installation schafft eine immersive Umgebung, in der Besucher eine Reihe von „Portalen“ durchlaufen – kreisförmige Strukturen aus geflochtenen Ästen und Ranken. Jedes Portal repräsentiert einen anderen Aspekt von Zeit und Transformation, wobei sich Klänge und Bilder mit der Bewegung der Betrachter im Raum verändern.

Umweltbotschaft

„Die Guaraní haben schon immer verstanden, dass die Schädigung des Waldes auch uns selbst schadet“, erklärt Díaz López. „Ihr Konzept von ‚tekó porã‘ – gut leben – dreht sich um die Bewahrung der Harmonie zwischen allen Lebewesen. Diese Weisheit brauchen wir in unserer aktuellen Umweltkrise.“

„Kunst kann eine Brücke zwischen Weltanschauungen sein, ein Weg, indigenes Wissen in Formen zu übersetzen, die ein zeitgenössisches Publikum ansprechen.“ – Iliana Díaz López

Die Kraft der Installation liegt in ihrer Fähigkeit, abstrakte Konzepte greifbar zu machen. Besucher berichten häufig von einer veränderten Zeitwahrnehmung und einem veränderten Verhältnis zur Umgebung nach dem Besuch des Kunstwerks.

Díaz López' Residenz bei Awasi Iguazu verdeutlicht, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, in denen Künstler sich intensiv mit lokalen Kulturen und Umgebungen auseinandersetzen können. „Portales del Ara Pyau“ ist ein Zeugnis für das transformative Potenzial interkultureller künstlerischer Zusammenarbeit.

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