Eintauchen in Awasi-Künstler – Carolina Salom
Die Textilkünstlerin Carolina Salom tauchte in die Welt der Naturfarben ein und experimentierte mit dem ikonischen roten Ñau-Schlamm von Misiones, verschiedenen Dschungelpilzen, Yerba Mate und Wurzeln einheimischer Bäume.
„Der Dschungel ist ein lebendiges Farblabor. Jede Pflanze, jeder Pilz, jede Bodenart bietet unterschiedliche Möglichkeiten.“ – Carolina Salom
Saloms Aufenthalt bei Awasi Iguazu markierte eine deutliche Abkehr von ihrer üblichen Arbeitsweise. Bekannt für ihre zeitgenössischen Textilinstallationen aus synthetischen Materialien, kam sie in den Atlantischen Regenwald, um sich wieder mit den traditionellen Färbetechniken indigener Gemeinschaften zu verbinden.
Natürliche Alchemie
In Zusammenarbeit mit unseren ortskundigen Führern, die über umfassende Kenntnisse der lokalen Pflanzen verfügen, verbrachte Salom ihre Tage damit, Materialien zu sammeln und mit verschiedenen Färbeverfahren zu experimentieren. Die berühmte rote Erde von Misiones, reich an Eisenoxid, wurde zu einem besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit.
„Der Ñau-Schlamm ergibt je nach Behandlung eine unglaubliche Farbpalette“, erklärt sie. „Vermischt mit verschiedenen Beizmitteln, Hitze oder Kälte ausgesetzt, kombiniert mit Pflanzenmaterialien – jede Variante erzeugt einen einzigartigen Farbton von Rosa bis zu einem tiefen Burgunderrot.“
Nachhaltige Praxis
Über die ästhetische Auseinandersetzung hinaus unterstrich Saloms Arbeit bei Awasi die Bedeutung nachhaltiger künstlerischer Praktiken. Jedes von ihr verwendete Material wurde verantwortungsvoll und unter Berücksichtigung der Regenerationsfähigkeit des Waldes gesammelt.
„Indigene Gemeinschaften stellen seit Jahrhunderten wunderschöne Textilien aus diesen Materialien her, ohne die Ressourcen zu erschöpfen. Wir können so viel von diesen Traditionen lernen.“ – Carolina Salom
Ihre letzte Ausstellung präsentierte eine Reihe von Seidenpaneelen, die mit lokalen Materialien gefärbt waren. Jedes Paneel wurde von einer Dokumentation der verwendeten Pflanzen und Verfahren begleitet. Die Werke schufen eine visuelle Karte der farblichen Möglichkeiten des Waldes.
Saloms Residenz ist ein Beispiel dafür, wie das Awasi-Künstlerprogramm nicht nur künstlerisches Schaffen, sondern auch kulturellen Austausch und Umweltbewusstsein fördert. Ihre Arbeit inspiriert weiterhin Künstler und Gäste gleichermaßen, die Natur als Quelle von Schönheit und Weisheit zu sehen.