Eintauchen in Awasi-Künstler – Angela Bulich
Von der Biologin zur Schmuckdesignerin: Angela Bulich kreiert skulpturalen Schmuck auf experimentelle Weise. „Alles, was ich über das Handwerk weiß, habe ich mir rückwärts angeeignet, indem ich Schmuck als Kunstform angefertigt habe.“
„Mein naturwissenschaftlicher Hintergrund hat mich gelehrt, genau zu beobachten und Strukturen und Systeme zu verstehen. Das prägt meine Herangehensweise an das Schmuckdesign maßgeblich.“ – Angela Bulich
Bulichs Weg von der Meeresbiologie zum Schmuckdesign mag ungewöhnlich erscheinen, doch ihr Aufenthalt bei Awasi Iguazu offenbarte die tiefen Verbindungen zwischen ihren beiden Leidenschaften. Ihre Arbeiten erforschen organische Formen, Biomimikry und die in der Natur vorkommenden mathematischen Muster.
Die Natur als Bauplan
Während ihres Aufenthalts verbrachte Bulich Stunden damit, die komplexen Strukturen des Regenwaldes zu studieren – die spiralförmigen Muster sich entfaltender Farne, die sechseckigen Zellen von Wespennestern, die filigrane Architektur von Spinnennetzen, die mit Morgentau benetzt waren.
„Früher habe ich diese Formen im Labor unter dem Mikroskop untersucht“, erklärt sie. „Jetzt übersetze ich sie in tragbare Kunst. Der Regenwald ist wie ein riesiger Ausstellungsraum voller Gestaltungsmöglichkeiten, die über Millionen von Jahren der Evolution perfektioniert wurden.“
Experimenteller Prozess
Bulich verarbeitete lokal gewonnene Materialien wie Samen, Holz und sogar (ethisch einwandfrei gesammelte) Schlangenhäute und schuf so eine Reihe von Objekten, die die Grenzen zwischen Schmuck und Skulptur verwischen. Ihr Arbeitsprozess umfasste umfangreiche Experimente mit Konservierungstechniken und Metallguss.
„Ich gehe an jedes Werk wie an ein wissenschaftliches Experiment heran – Hypothese aufstellen, testen, verfeinern. Manchmal lerne ich aus den Misserfolgen mehr als aus den Erfolgen.“ – Angela Bulich
Eines ihrer eindrucksvollsten Stücke besteht aus dem filigranen Gerüst eines Blattes, das in Kupfer galvanisiert wurde, um seine komplexe Aderstruktur zu erhalten. Der so entstandene Anhänger fängt sowohl die Zerbrechlichkeit als auch die Widerstandsfähigkeit der Natur ein.
Bulichs Aufenthalt zeigt, wie das Awasi Artist Immersion Programm Kreative aus unterschiedlichen Hintergründen anzieht und innovative Ansätze zur Kunstproduktion fördert, die von einer tiefen Auseinandersetzung mit der Natur geprägt sind.